tominfo_hotspot

tominfo_greek

(obiges Video - Watzmann /Musik Ambros -Abwärts und Bergauf)

Watzmann - Watzmann Schicksalsberg, du bist so Gross und i(ch) nur a (ein) Zwerg...so, oder so ähnlich klang es vor Jahren, als Wolfgang Ambros, Tauchen, Fälbl mit Liedtexten von Prokopetz, ihr Bühnenstück im Zirkus Krone in München aufführten. Im Bühnenstück ging es darum, das eine Bauersfamile am Watzmann lebt und das sich der Berg regelmässig bei den Bauernfamilien um den Watzmann, den Bub holt. Der Berg ruft...sehr kultig

Ob es nun das Bühnenstück war oder die Nähe zum Watzmann die mich verführten? egal - und wie der Grossknecht in dem Stück sagte: "Wir kommen alle noch dran" und so war ich, der dran war. Der Watzmann war fällig! oder ich, wir werden sehen.

Versorgt mit allen Informationen und der Gewissheit, dass auf dem Watzmannhaus ein Bett für das Zwischenquartier wartete (das immer noch wartet, aber dazu später) stand ich dann um 7.00 Uhr auf dem Parkplatz der Wimbachbrücke in Ramsau (Berchtesgardener Land) Trainiert hatte ich im Vorfeld ein wenig Joggen und bin auch Sonntags öfters mal im Pfälzer Wald anzutreffen. Nicht absolut durchtrainiert, aber halt ein klein bisschen im Vorfeld Kondition angesammelt.

GoogleEarth© liefert gute Panoramabilder

Was kam nun auf mich zu? laut den Aussagen erfahrener Wanderer sollte ich bis zum Watzmannhaus 3-4 Stunden mit Pausen einrechnen. Zum Gipfel selbst sollte ich nach dem Watzmannhaus nochmals 3 Stunden brauchen.

 

Da meine Familie sich den Stress nicht geben wollten, ging ich alleine los. Ramsau liegt Höhenlage Ortszentrum: ca. 670 m üNN, das Watzmannhaus bei 1950 m und der Gipfel bei 2713 m. Also schon eine guter Höhenunterschied. Für 2 Tage Geld in die Parkuhr für mein PKW und dann konnte es direkt losgehen.

wegstrecke

Hier ein Überblick - die gelbe Strecke ging nach oben, der abweichende Blaue, ab der Falzalm wieder nach unten. (ein Klick auf das Bild zum vergrössern)

stubenalm

Stubenalm

Die an der Wimbachbrücke gelegene Klamm, ließ ich bei meinem Aufstieg ausser Acht. Es ging direkt bis zur 1. Hütte zur Stubenalm waren es ungefähr 1 Stunde. Hier gibt es schon die erste und meines Wissens letzte Möglichkeit sich nochmals mit Trinkwasser am Brunnen zu versorgen. Auch für das leibliche Wohl z.B. fürs erste Mass Bier wäre dort gesorgt;-) Ich war noch gut versorgt von daher ging es ohne Mass weiter. Der Weg war gut angelegt und einfach, aber natürlich steil und immer bergauf.

stubenalm

Stubenalm

Im Wald wurden die Wege enger und auch steiniger. Pfadähnlich, Serpentinenartig mit Geröll, aber ohne grosse Schwierigkeiten. Ich hatte in der Zwischenzeit schon Kontakt zu zwei Damen, eine aus Hessen, die mit ihrer russischen Begleiterin unterwegs zum Watzmannhaus wollten und wieder zurück.

mittlkaser

Mittelkaser

So gingen wir über die Mittelkaseralm bis fast zur Falzalm (2,5 Std) zusammen, an der Falzalm legte ich eine grössere Pause ein, da ab hier das Watzmannhaus zu sehen war und ich auch mal durchpusten musste.

Falzalm im Hintergrund der kleine Watzmann

Der erste Blick auf das Watzmannhaus, in Höhe der Falzalm - im Hintergrund der Mond

Ab hier ging es noch ca. 1 Stunde zum Watzmannhaus. Die letzten Stufen genommen, stand ich dann um 11.00 Uhr vor dem Watzmannhaus.

Watzmannhaus

Die Terrasse war um die Uhrzeit noch recht leer, füllte sich aber dann zusehends zur Mittagszeit. Man kam mit dem einen und anderen ins Gespräch, manche hatten den Berg in Angriff genommen, aber es gab auch viel die gescheitert waren und sich eher mehr zugetraut hatten. Ich hatte es schon gemerkt, der Berg hat es in sich. Bis zum Haus, war es noch der "leichtere Weg"

Blick von der Terrasse übers Watzmannhaus zum kleinen Gipfel

Es war auch wirklich anstrengend, die 4 Stunden mit einem Höhenunterschied von ca. 1300 mtr. und dann nochmals ca. 700 mtr. Alpine Steigung. Beim Wirt hatte ich mich für mein Zimmer noch nicht gemeldet, daher füllte ich mein Wasservorrat auf und ging ein Stück des Wegs nach oben. Nach ca. 1 Stunde kommt man am kleinen Gipfel an, ab hier geht es aber nochmals 1,5 Stunden zur Hocheck auf 2670 mtr. Da es noch früh war, wagte ich auch noch den Restaufstieg auf die Hocheck, wenn schon denn schon. Teils über Geröll und am Stahlseil ging es weiter und man ist dann auch wirklich froh das Gipfelkreuz der Hocheck dann endlich zu sehen. Der Watzmann wird ein wenig als Touristenberg verschrien, aber man sollte sich den Aufstieg nicht all zu leicht vorstellen. Gute Alpinschuhe und wenn möglich Stöcke, eine warme Jacke gehören zur Grundausrüstung. Die warme Jacke hatte ich an dem Tag nicht gebraucht.

auffi

Das Watzmannhaus entfernt sich wieder

Auffem Gipfel ist Ruh

Am Hocheck geht es an einer offenen Schutzhütte vorbei, über einen schmalen Grat zur Mittelspitze, diese erreicht man in gut einer dreiviertel Stunde (nur begehbar, wenn Eisfrei!!), dann steht man auf dem höchsten Punkt des Watzmann Massiv.

Blick vom Hocheck über das Watzmannhaus zur Ramsau

Wer noch Luft hat und auch viel Alpinistische Erfahrung, kann den Weg zur Südspitze und über Wimbachschloss weitergehen. Das ist dann der Rundweg zum Parkplatz wieder. Wer so etwas vorhat, der sollte Übernachten, den das ist sehr anstrengend und weit.

Gipfelkreuz auf dem Hocheck (2670 m)

Für mich ging es nach der Mittelspitze wieder zurück. Der Weg zum Watzmannhaus war abwärts mit dem Geröll recht rutschig, ohne richtige Alpin Wanderschuhe ist der nicht zu empfehlen. Gegen 18.00 Uhr war ich dann am Watzmannhaus zurück und war froh es geschafft zu haben.

Mittelgrat zwischen Mittelspitz und Hocheck, rechts und links gehts Bergab

Es war noch hell, das Tagespensum das ich mir für 2 Tage eingeplant hatte, war zum grossen Teil schon absolviert. Auf der Terrasse beim verdient kühlen Bier kam mir dann, das ich für den Aufstieg 4 Stunden gebraucht hatte, da könnte ich es doch auch runter in 3 Stunden schaffen, also zog ich ohne Übernachtung los. Leider bog ich an der Falzalm Richtung Koithausalm ab und bis ich das gemerkt hatte war es schon zu spät. Ich hatte in der Zwischenzeit mehrere Seilabschnitte nach unten passieren müssen und das wieder hoch, nee danke. Also weiter dann, die Beine fangen an zu schmerzen, irgendwann muss doch der verd. Parkplatz kommen. Mindestens noch 1 Stunde durch den Wald. Mir begegnen noch Amerikaner und Franzosen, kommen vom Königsee, nicht meine Richtung. Endlich die Koithausalm, von dort ab rechts durch den Wald und nach 1,5 Stunden, der Wegweiser zur Wimbachbrücke. Schön die Wimbachbrücke, aber total unnotig gelaufen. Den das war der Eingang zur Klamm und Aufstieg zur Wimbachschloss. Stockfinster nun, keine Taschenlampe. Gut das der Mond rauskam den Weg zurück bis zum Schild und den breiten Weg weiter dann endlich Parkplatz.

Klettern gehört dazu

Insgesamt braucht ich dann doch 4 Stunden und kam gegen 22.00 Uhr am Parkplatz an.

Blick von der Hockeck zum Königsee

15 Stunden war ich unterwegs, es hat sich auf alle Fälle gelohnt. Den Rückmarsch am selben Tag vom Watzmannhaus würde ich heute nicht mehr machen, lieber übernachten.

Hier noch ein paar Links

Ramsau

Watzmann vom Königsee

Übersicht Parken