Gabun - Reisebericht vom Januar-Februar 2005 Libreville - Koulamotou - Franceville - Lastroville Seite 1 und 2
Gabun - Reisebericht (2) mit Rundreise von Koulamoutou über Moulia - Tschibanga nach Mayumba und über Lambarene (Albert Schweitzer Hospital) zurück über die Lope auf der Seite 3
In Äquatornähe legt sich tropischer Regenwald wie ein Gürtel durch den Kontinent. An dessen Rand befinden sich ausgedehnte Savannenlandschaften wie zum Beispiel die Serengetisteppe in Tansania mit Wildkatzen, Elefanten, Nashörner, Zebras und Giraffen. Parallel zur Tropenzone schließen sich trockene Wüsten an: im Norden die Sahara, die größte Wüste der Welt, und im Süden die Kalahariwüste. Afrika ist die Wiege der Menschheit. Für mich natürlich interessant. Bin ja so ein kleiner Weltenbummler:-) Was lag mir fern eine Einladung meiner Freundin Sabine zu folgen und mir ihr Land "Gabun" anzusehen. Ich liebe das Reisen und benutze dafür sehr oft Reiseseiten, wie zum Beispiel Fly oder andere Reiseseiten, um mich möglichst genau auf meine Reisen vorzubereiten.


INFO: Geo+Geschichte+Wirtschaft+Sonstiges über Gabun kurz zusammengefasst:
Geschichte
17. August 1960 Unabhängigkeit von Frankreich. Gründung der Parti
Démocratique Gabonais (PDG) am 12. März 1968. Seit der Unabhängigkeit
1960 durch autokratische Präsidenten regiert, führte Gabun in den
1990er Jahren ein Mehrparteiensystem ein und verabschiedete eine neue Verfassung
welche eine Reform der Regierungsorganisationen und transparentere Wahlen ermöglichte.
Die realtiv kleine Bevölkerung, die enormen Rohstoffvorkommen und die beträchtliche
Hilfe des Auslands machten Gabun zu einem der wenigen florierenden Staaten Afrikas.
![]() |
Landesflagge |
Lambaréné in Gabun beherbergt das von Albert Schweitzer begründete und bis zu dessen Tod 1965 von diesem geleitete Urwaldkrankenhaus. Bilder und meine eigenen Eindrücke des noch bestehenden und nun von Einheimischen bewohnten Krankenhaus und dem Besuch des Schweitzer-Museums können hier nachgelesen werden. |
Geographie
Gabun liegt an der westlichen Atlantikküste Zentralafrikas, von wo es sich
in östliche Richtung bis kurz vor das Kongobecken erstreckt. Seine Küste
erstreckt sich über 885 km Länge. Das westliche Küstentiefland
steigt nach etwa 200 Kilometern stufenförmig bis zur Niederguineaschwelle
im Osten an. Größter Fluss des Landes ist der Ogooué, der
sich mit seinen zahlreichen Nebenflüssen tief in die Geländekontur
des Hochlands eingeschnitten hat. Höchster Berg des Landes und gleichzeitig
der Niederguineaschwelle ist mit seinen 972 m der Mont Iboundji im Massif du
Chaillu.
In Gabun gab es den bisher einzigen bekannten natürlichen Kernreaktor, den Naturreaktor Oklo. <hier klicken für mehr Informationen>klick
Topographie
Gabun ist hauptsächlich ein Land der Hügel und der Hochebenen. Das
Land ist fast vollständig mit dichtem Regenwald bewachsen, der die Kontraste
verwischt. Mehrere Gebirgsmassive von mittlerer Höhe ergeben ein kraftvolles
Relief. Die höchsten Erhebungen liegen bei 1000m. Nur die Küstenregionen
sind flach, bedeckt von Mangrovenwäldern und einer Savannenvegetation.
Die Strände haben einen schönen weißen Strand und sind im Süden
noch recht unberührt.
Die Strassen in den grösseren Städten, in der Gegend um Lambarene und nach Oyem sind grösstenteils geteert. Die mir bekannten Pisten zB. von Lambarene über Mouila nach Ndende sind breite ausgebaute Sandpisten, diese lassen sich meist problemlos fahren. Die Strecke von Lambarene nach Mouila wird derzeit asphaltiert.(Asphalt ca. 70Km -stand 2005) Die Strasse von Lambarene nach Ndjole ist auch gut asphaltiert, weiterführend von Alèmbè Richtung Koulamoutou eher schlechte Piste, die bis zur Lope noch gut zu befahren ist. Wer die Möglichkeit hat sollte 70 Km hinter der Lope in die "Le Roy" de Gabon einbiegen. Diese Strasse ist eine Privatstrasse, der Holzfirma Le Roy. Die Strasse von Koulamoutou über Lastroville, Moanda nach Franceville ist Piste aber einigermassen gut befahrbar.(Mehrere Polizeikontrollen) Koulamoutou-Moulia über Mimongo ist nur für geübte Fahrer und in der Trockenzeit befahrbar. Ndende-Tschibanga nach Mayumba ist die Piste auch eher schlecht.
Wirtschaft
Gabun ist einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas, mit erheblichen Erdölreserven
vor der Küste. Dementsprechend zählen zu seinen Hauptexportgütern
Rohöl und Erdölprodukte, auf die ca. 80% seiner Exporteinnahmen entfallen.
Im Landesinneren werden Mangan, Uran und Gold gefördert. Weiterhin gehört
Gabun zu den größten Tropenholz-Exportländern Afrikas - ca.
80% der Landesfläche sind von tropischem Regenwald bedeckt. Ferner werden
für den Export Kaffee, Kakao, Gummi, Palmöl und Zucker angebaut. Der
Anbau von Grundnahrungsmitteln dient vor allem dem Eigenbedarf, kann diesen
jedoch nicht vollständig decken. Die wichtigsten Handelspartner sind die
USA und Frankreich. Das Bruttosozialprodukt beträgt 4.870 US-$ je Einwohner.
Gabun ist somit eines der reichsten Länder Schwarzafrikas (Als Schwarzafrika
bezeichnet man den Teil des afrikanischen Kontinents, der sich südlich
der Sahara befindet). Dennoch herrscht eine hohe Staatsverschuldung, die Verhandlungen
mit dem Internationalen Währungsfond über ein Strukturanpassungsprogramm
notwendig erscheinen ließen.
Währung
1 Franc de la Com. Financ. Afric. (FCFA) = 100 Centimes. Umrechnungskurs 1
Euro = 667 CFA 1000 CFA=1,50€
Nationalfeiertage
17. August (Tag der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahre 1960)
Zeitverschiebung
0 Stunden (Sommerzeit -1Std)
Amtsprache
Französisch
Flug
Die Flugpreise nach Gabun sind sehr horrend. Es gibt kaum Möglichkeiten günstig nach Gabun zu kommen. Fliegen lann man aber neben der Airfrance auch mit der Marokanischen Royal-Air Maroc die etwas günstiger fliegt. Weiter geht es in Libreville entweder mit dem Zug oder mit dem Flieger von Air-Service um in die grösseren Städte im Inneren des Landes zu gelangen. Seit kurzem gibt es auch die Fluggesellschaft Air-Max, diese fliegt auch die grösseren Städte an. Leider scheint die AirMax mehr am Boden zu bleiben als zu flieegen.
Für Abenteurer bietet sich aber noch der Flieger von Portugal auf die vorgelagerte Insel Sao Tomé an, um von dort aus mit dem Flieger weiter nach Libreville zu fliegen. Leider konnte ich hier keine Flugplan finden. Aber ich habe gehört das es möglich ist.
Eisenbahn
Eine einzige Eisenbahnlinie, Transgabon genannt, verbindet Libreville mit Franceville. Eingeweiht 1986, durchquert die Transgabon das Land von Nordwesten nach Südosten auf einer Strecke von 650 km. Auf ihr werden Mineralien (Mangan von Moanda und Uran von Mounana), Baumstämme aus der Holzindustrie und Passagiere befördert. In der Zwischenzeit, scheint der Schienenverkehr, Beziehungsweise die Ausfallzeiten der Eisenbahn zurückgegangen sein.
Mein Reisebericht: (leider sind noch nicht alle Fotos online..die kommen nach und nach!)
Der Flieger von Frankfurt nach Paris ging pünktlich 19.45 Uhr, in Paris
ging es um 23.15 Uhr weiter. Im Vorfeld hatte ich einen Gangplatz gebucht und
hatte damit genügend Freiheit, um bei meinem 7-Stunden Flug flexibel zu
sein, mit aufstehen ohne meine Nachbarn bemühen zu müssen um mich
an mein Gepäck oder zur Toilette zulassen.
Neben mir saß eine Schwarzafrikanerin, die sich dauernd auf den Kopf haute,
(später sagte man mir, dass das eingeflechtete Kunsthaar juckt und sich
die Damen so den Kopf kratzen), ansonsten war das Flugzeug ausgebucht, hauptsächlich
hellhäutige Franzosen. Die Air-France ist teuer, selbst der Platz in der
Touristenklasse war mit 1600€ das höchste was ich jemals für
einen Flug ausgeben hatte. Das Essen ging, so lala, war immerhin eine Art Menü,
mit Auswahl Nudeln oder Reis, am Platz befand sich ein kleiner Monitor, mit
Spielen, Videos und Musik um sich die Zeit zu vertreiben. Der Flug war aber
angenehm, die Schwarzafrikanerin neben mir hörte dann auch auf, sich auf
den Kopf zu hauen und somit konnte ich auch ein wenig schlafen.
Pünktlich um 6.15 Uhr landete die Air-France in Libreville, die Hauptstadt
von Gabun. In der Halle reihten sich 2 Personenschlangen an der Passkontrolle,
das eine war für die Gabonesen, das andere für die Visiteurs, bei
der ich mich dann anstellte. Reisepass mit Visa, Impfpass mit der vorgeschriebenen
eingetragenen Gelbfieberimpfung und dem Zettel, den wir im Flieger ausfüllen
mussten, mit Angaben –wer, was und warum- er/sie in Gabon wollten. Es
ging nach anfänglichen Verzögerungen, dann doch recht flott. Manche
standen noch am Visaschalter um ihr Visum abzuholen oder noch schnell zu beantragen,
andere waren schon am Inlandsflugschalter der Air-Service, um nach Porte-Gentil
oder Franceville zu kommen. Der Kontrolleur lies mich noch eine vergessene Visumeintragung
auf dem Zettel nachtragen, dann noch eine weitere Kontrolle an der Tür
und dann war ich auch schon bei der Gepäckausgabe. Das Gepäck kam
schnell für afrikanische Verhältnisse.
Die Flugfrequenz ist nicht sehr hoch in Libreville, dementsprechend war die
Gepäckabfertigung schnell. Durch den Zoll mit der üblichen Frage,
ob ich was zu verzollen hätte, dann stand ich in der Empfangshalle. Es
kamen natürlich die Jungs, die das Wagenschieben übernehmen wollten,
diese wurden aber von mir ignoriert, was nicht einfach war.

Luftaufnahmen von Libreville/Gabun aus dem Flieger der AirService
Sabine holte mich ab und wir nahmen uns ein Taxi in die City zum Hotel Meridian.. Der Fahrpreis vom Flughafen zum Meridian, kostet ca. 2000 C.F.A (umgerechnet 3€). Für Kurzstrecken sollte man nicht mehr als 200 C.F.A geben. (Dieses nur als Tip!). Das Meridian ist das Beste Hotel am Platz, lässt sich hier aber nur mit einem 3-Sterne Hotel deutscher Verhältnisse vergleichen.
Unser Weiterflug nach Koulamoutou, war für 12.15 Uhr geplant. Nachdem wir in einem Cafe, unseren Kaffee mit frischem Crossaintes genossen, ging es kurz zu dem nicht sehr Sehenswerten Strand. Die Beach ist schmutzig und zum Baden nicht geeignet. Wer einen Strandurlaub bevorzugt, dem empfehle ich mit dem Boot, auf die gegenüberliegende Halbinsel von Libreville überzusetzen.
Ein paar Sachen (Käse, Wein etc.) im Supermarkt eingekauft. Sabine weiß, das es in Koulamoutou eher selten etwas an Delikatessen gibt, daher deckt sie sich in Libreville so gut wie es geht mit Lebensmittel ein, bevor es in den Regenwald zurück geht. Dementsprechend sahen auch schon Sabine´s gekauften Sachen im Hotel aus. Unzählige Taschen und Plastiktüten mit allem was Frau so brauchen kann, waren schon im Hotelzimmer. Ich dachte mir, das kann ja heiter werden. Schon die Damen bei der Air-France in Frankfurt, wollte mich schon Übergepäck bezahlen lassen, da ich statt der erlaubten 20 Kg, 23 Kg im Rucksack hatte. Schon sehr kleinlich die Air-France. Aber nun hatte Sabine bestimmt zusätzlich 25 Kg Gepäck. Um 11 Uhr rief dann jemand vom AirService an, dass der Flug nach Koulamoutou sich verzögert, somit hatten wir noch Gelegenheit uns an den Pool zu setzen und ein frisch gezapftes Bier zu genehmigen. Ein Freund von Sabine rief an und fragte ob wir noch ein Päckchen mitnehmen könnten, er würde uns auch zum Flughafen bringen. Das Päckchen hatte dann noch zusätzlich 7 Kg. Auch schon egal.

Am Flughafen angekommen war die Maschine weg, zumindest nach Aussage des Gepäckannehmers.
Nach ein paar Mal hin- und hertelefonieren mit AirService gingen wir dann zum
Büro der AirService (ca. 500 mtr.links vom Flughafen) Der Boy mit unserem
Gepäck uns immer hinterher, nicht über Teer sondern Sandpiste, was
die Sache für den Gepäckträger nicht unbedingt erleichterte.
Das AirService-Büro meinte dann, der Flieger wäre noch gar nicht von
Franceville zurück Na dann, unser Gepäck konnten wir dann auch im
Büro lassen 65 Kg, dafür wurde aber nichts mehr verlangt. Unseren
Boy entließen wir dann mit 1000 C.F.A, das mit einem Murren entgegen genommen
wurde. Dann noch 1,5 Stunden bis es endlich losging. Das ist Afrika!
Die kleine Propellermaschine war voll, die Securityanweisung der Stewardess war nach Ausfall ihres Mikros, dann wenigstens etwas lustig. Leider war es stark bewölkt und erst am Ende des Fluges und unterhalb der Wolkengrenze, gab das Land dann doch einen Blick auf seinen wunderschönen Regenwald frei. Vereinzelte Häuser, Waldpfade und in Schneise geschlagenen Sandpisten, die sich dann irgendwo verloren, ein paar schöne Seen; dann nahmen wir auch schon den Anflug auf Koulamoutou vor. Die Landebahn wurde von der kleinen Maschine voll ausgenutzt, eine Kehrung nach links und dann wurde vor dem Terminal halt gemacht. Wir beobachteten noch, dass unser Gepäck aus der Maschine kam, wenig später flog die Maschine weiter nach Franceville.
Hans-Jörg der leitende Arzt aus dem Hospital, holte uns mit seiner Frau und seinen zwei Kinder und einer Freundin von Sabine ab.

Im Präsidentenpalast holten wir das Auto von Sabine, fütterten Bamboo den Schimpansen, der vom Verwalter des Präsidentenpalastes betreut wird. Mit Bamboo freundete ich mich auch gleich an, das erste Mal das ich einen Schimpansen auf dem Arm hatte.

Wir fuhren dann zum Fluss Restaurant und tranken in einem Cafe ein gekühltes
Bier. Hier erfuhren wir, dass es keinen Strom gab. Aber nicht, weil das Kraftwerk
nicht lieferte, sondern der Hotelbesitzer nicht zahlt. Sabine lies ihre Connections
spielen, rief beim Chef des Kraftwerkes an und erst nach einer Sicherheitsleistung
funktionierte alles wiede Im Hotelpool fehlten die Chemikalien und somit war
er vorerst nicht zu benutzen. Bei unserer Ankunft wurde er aber gerade neu befüllt.
Die nötigen Chemikalien für den Chlorwert zu bestimmen und in einem
PH-Gleichgewicht in der nächsten Zeit zu halten, hatten wir aus Libreville
mitgebracht. Somit konnte die Badesaison eröffnet werden.
Koulamoutou erwies sich als ein weitläufiger Ort, mit schönen neuen Gebäuden, aber auch mit vielen Bretterbuden, in der die "normale" Bevölkerung wohnt. 2004 wurde der Unabhängigkeitstag von Gabun in Koulamoutou mit dem Präsidenten gefeiert. Daher wurden vorher der Flugplatz und einige Strassen saniert und geteert. Ein ehemaliger Minister hat sich hier nieder gelassen, baut Hotels, forciert den Fortschritt, investiert in den Tourismus, leider nur mit bescheidenem Erfolg, Selbst einen eigenen Fernsehsender gibt es hier, der allerdings auch nur im Ort ausgestrahlt wird. Im Kouloumoutou-TV lief hauptsächlich Interviews von Regionalen Politiker, hinsichtlich der Präsidentenwahlen dieses Jahr, ansonsten ein paar schlechte Kopien von zB. James Bond, denke mal das es keine Originale waren:-) . Die Hotels waren aber seit dem Unabhängigkeitstag nicht mehr so besucht, dementsprechend waren die Zustände der Hotelgebäude eher verwahrlost. Geld stand den meisten Hotels, mangels Hotelgäste, kaum zur Verfügung. Die Aussenalagen waren aber gepflegt, man gab sich schon Mühe im Rahmen des Möglichen.


Koulamoutou mit seinem Fluss


Am Swimmingpool und blick aus meinem Zimmer




Der Ort ist bezaubernd, der Fluss läuft durch den Ort, ein paar feste Brücken und die hügelige Landschaft ist schon sehr anmutend. Vom Hotel, habe ich einen schönen Blick auf den Fluss und die Stadt. Kinder spielen und schwimmen im Fluss, Mütter waschen die Kleidung und Papa trinkt seinen Palmwein, alles sehr entspannend und gut zum relaxen. Grosse Bananenstauden, riesige Fächerpalmen, Geckos in allen erdenklichen Farben. Vögel die ich noch nie gesehen hatte, alles ein Riesen Biotop.


Das Dorfleben in so einer Provinzhauptstadt, muss man sich so vorstellen. Durch
die Strassen sieht man morgens die Schulkinder in ihren Uniformen in die Schule
gehen, die gleichen sieht man abends in normaler Kleidung in die Disco flanieren
und immer auf der jagd nach der Weiblichkeit oder die Weiblichkeit hält
Ausschau nach der Männlichkeit. Dieses ist verständlich, da es in
Koulamoutou ja nicht s aufregendes gibt. Ein Rathaus, 2 Schulen, 2 Krankenhäuser,
2 Sportplätze mit Tennisanlage, wenig besuchte Hotels, ein paar einfache
Disko´s und ein Internetcafe, dass nicht funktioniert.
Es hatte wieder heute Nacht ein wenig geregnet, aber nicht so schlimm wie am Tag zuvor. In Magasin holten wir noch ein paar kalte Biers und ein paar Knabbersachen. Dann fuhren wir über 40 Km Sandpiste in das Dorf von Laurin, einer Engländerin aus Cambridge, die ihre Doktorarbeit über Fallen und Fallensteller hier schrieb. Die Piste war ziemlich zerfurcht und vom Regen und schweren Lkws gekennzeichnet. Kaum zu glauben, das dieses die einzig intakte Strasse von Koulamoutou nach Libreville war. Immer wieder fuhren wir an Hütten und kleine Behausungen der Einwohner vorbei, die eifrig winkten und grüssten. Ältere Frauen waren mit großen Körben (Hotten) zum Holzsammeln oder zu einer der kleineren Plantagen unterwegs, um Früchte; Maniok oder sonstiges zu ernten. Beschwerlich, mühten sich die schon in die Jahre gekommenen Damen ab. Manchmal sahen wir auch ein kleines Tabakpfeifchen zwischen den Lippen.


Endlich kamen wir im Dorf an und wurden gleich von einer Vielzahl Einheimischer
umringt. Wir fanden das Haus von Laurin, die aber nach Auskunft der Dorfbewohner
noch zu diesem Zeitpunkt, in dem Dorf unterwegs war, welches wir gerade zuvor
passiert hatten. So fuhren wir zu dem Dorf zurück. Auf dem Weg dorthin
kam uns auch schon Laurin mit 2 Männern entgegen. Sie verabschiedete die
2 Männer und stieg dankend das kalte Bier annehmend, bei uns in das Auto
ein. Die zweite Begrüssung im Dorf fiel deswegen nicht weniger herzlich
aus.


Wir hatten zwischenzeitlich vor der Hütte von Laurin mit ein paar Jungs und Mädchen Platz genommen. Holten ein paar warme Biers in der Bar und philosophierten über das Leben. Sabine war an Krankheiten aufklären, einer wurde positiv auf Würmer geprüft. Eine Delegation war vor ein paar Tagen im Dorf gewesen und hatte Freiwilligen Blut abgenommen um auf diese Krankheit zu prüfen. Aber was geschah nun? Welche die positiv getestet wurden, bekamen ein Mittel, das war es dann aber auch, weitere Mittel zum Therapieren oder Nachuntersuchungen gab es nicht.


Wir hatten Hunger und Laurin bestellte bei einer Frau ein Huhn und etwas Gemüse.
1 Stunde später wurde uns ein Gockel oder so etwas in der Art, zerkleinert
in einem Kochtopf in Sosse schwimmend mit Reis, Maiskolben und Kartoffeln serviert.
Sicherlich war für mich ungewöhnlich, dass ausgerechnet auf meinem
Teller die Kralle des armen Tieres lag, natürlich ein Spaß von Sabine,
für mich eher unappetitlich, aber es ist in Gabun eine Spezialität
die Krallenfüsse von Hühnern etc. zu grillen. Naja, die Geschmäcker
sind Gott sei Dank verschieden.
Trotz der langen Hose und der Jacke die an hatte kamen doch immer wieder kleine
Fliegen (Furu´s) durch, die einen grossen Roten Punkt hinterliessen. Laut
Aussage sollten die Stiche aber erst am nächsten Tag jucken. Die Nacht
verbrachten wir in wir aber unter einem Moskitozelt. Geschlafen hatten wir sehr
gut. Das leichte Zelt ist ein feines Gespinn aus Nylon, natürlich nur zur
Mückenabwehr, aber wohl nur bedingt Regentauglich.
Geweckt wurden wir um 5 Uhr, die Hühner krähten kräftig vor sich hin, vermissten wohl die Mutter:-) Es hatte auch ein wenig geregnet. Gegen 7 Uhr aufstehen, Sabine und ich zogen los um ein Brot zu besorgen, dazu mussten wir aber in den nächsten Ort fahren. Unterwegs nahmen wir zwei Männer mit, die auch in den Ort wollten zum Fussball spielen. Im Ort selbst mussten wir erstmal schauen, wo die Brotverkaufstelle war, mit ein wenig Mühen und Fragen fanden wir diese und kauften 2 Brote, die aber bestimmt schon 1-2 Tage alt waren. Ziemlich lappige Baguette. Unterwegs sahen wir noch einen kleinen Strand, dh. Der Fluss vom Dorf mündete hier in einen größeren ein. Später trafen wir uns mit 2 Mitarbeitern von Laurin, fuhren ein Stück und gingen von dort aus in den Wald.






Der Pfad ging zuerst an einer kleinen Bananenplantage und an Erdnusspflanzen
vorbei. Dann schlängelte sich der Pfad in eine Dickschicht, das war der
Weg der Fallensteller. Immer wieder machten uns die Männer auf kaum sichtbare
Schlingenfallen aufmerksam, auch erklärten sie Bäume, Blüten
und Blätter und was Heilmittel oder giftig ist. Ein fantastisches Biotop
bot dieser Regenwald. An einem von den Fallensteller selbst gefertigten Zaun,
der mehrere Meter lang war, sah man verschiedene Öffnungen mit Fallen,
die Tiere liefen den Zaun entlang, in den in verschiedenen Abständen, wurden
Öffnungen hinterlassen, die natürlich Fallen waren. Die meisten Fallen
bestanden aus einem stark gebogenen Ast, der bei Berührung der angehängten
Schnur losschnalzt und das Tier 1x mit einer Schlinge erhängt, bzw. mit
einem Spitzen Holzstück in den Hals dringt, das das Tier sofort tötet.
Die Fallen werden wegen der Verwesungsgefahr täglich kontrolliert.
Weiterhin sahen wir Spuren von Stachelschweinen und Gürteltieren. Die beiden
Jäger erklärten alles sehr gut. Über Wasserläufe drangen
wir immer weiter in den Wald hinein. Es ging Bergab, bis wir zu einem kleinen
Fluss kamen, von dort aus ging es wieder zurück. Alles in allem hatte der
Spaziergang 2-3 Stunden in Anspruch genommen. Wir pflückten noch frische
Erdnüsse und fuhren in das Dorf der Jäger zurück. Dort tranken
wir Palmwein der aber bitter schmeckte. Laurin erzählte, dass sie täglich
bis zu 8 Stunden im Wald verbrachte. Ihre Doktorarbeit über Fallen, Fallensteller
und warum diese Fallen genau dort stehen, welche Bäume und Gewächse
um die Fallen sind und warum genau dort dieses oder jenes Tier, wann und zu
welcher Tageszeit gefangen wurde, sollte sie mal ein Buch veröffentlichen,
wird das bestimmt sehr interessant.
Nach einer Stunde fuhren wir in Laurin´s Dorf zurück, nahmen die Schwimmsachen und fuhren zu dem schönen Strand den wir heute morgen gesehen hatten. Dort waren 2 Frauen beim Geschirr spülen und waschen. 4 kleine nackten Jungs, die wie Brüder aussahen, sprangen von einem Abhang in den Fluss. Das Wasser war nicht tief. Ich setze mich auf eine Bank und beobachtete das Treiben.




2 Stunden später fuhren wir zurück. Wir verabschiedeten Laurin. Koulamoutou
erreichten wir dann gegen 16.00 Uhr. Wir fuhren zum Flughafen, da hier ein paar
Händler ihre Waren anboten. In Laurin Dorf hatten wir eine größere
Menge Tomaten gekauft, am Flughafen kauften wir noch eine Ananas. Unterwegs
nahmen wir noch 3 Frauen mit ihren schweren Körben mit nach Koulamoutou
zurück.
Am nächsten Morgen frühstückten wir sehr vornehm am Swimmingpool.
Sabine hatte einen Tisch, mit Tischdecke und Stühle organisiert. Kaffee,
Orangensaft, mitgebrachte Wurstwaren aus Deutschland, Käse aus den Pyreenäe
und frisches Baguette. Der Chef der Administration des Hospitals setzte sich
noch zu uns und trank einen Kaffee mit uns. Er lud uns ein später noch
einen Aperitif mit ihm zu trinken. Ricard mit Wasser, Bretonische Pastete, Erdnüsse
und Chips ließen wir uns dann auch noch schmecken.
oder zurück zu tominfo